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Each-Way-Wette beim Greyhound-Rennen: So funktioniert die doppelte Wette

Updated Juli 2026
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Eine englische Kollegin erklärte mir Each-Way mal an einem Pub-Tisch mit zwei Bierdeckeln: „Linker Deckel ist Sieg, rechter ist Platz. Du wettest auf beide gleichzeitig. Wenn der Hund gewinnt, kassierst du beide. Wenn er nur unter die Plätze kommt, kassierst du den rechten Deckel und verlierst den linken.“ Sie hatte recht — und gleichzeitig die ganze Komplexität in zwei Sätze gepackt. Die Mathematik dahinter ist allerdings deutlich kniffliger, als zwei Bierdeckel vermuten lassen.

Each-Way ist eine Erfindung des britischen Pferde- und Hunderennen-Wettens und bis heute kein flächendeckend übersetzbares Konzept. Im deutschsprachigen Markt taucht der Begriff selten in Werbungen auf, dafür umso häufiger in den AGB der Anbieter, die Hunderennen führen. Wer Greyhound wettet, ohne Each-Way zu verstehen, lässt eine zentrale Risikomanagement-Option ungenutzt — und zahlt manchmal mehr Quotenmarge, als er müsste.

Das Prinzip: Halber Einsatz auf Sieg, halber auf Platz

Eine Each-Way-Wette ist technisch eine Kombination zweier separater Wetten auf denselben Hund. Wenn Sie 10 Euro Each-Way auf einen Greyhound setzen, zahlen Sie tatsächlich 20 Euro — 10 auf Sieg und 10 auf Platz. Das ist der häufigste Stolperstein bei Einsteigern: Each-Way kostet das Doppelte der nominellen Wettsumme. Manche Anbieter zeigen „EW 10“ und meinen damit zehn auf jeden der beiden Teile; andere zeigen „EW 10“ und meinen fünf auf jeden — also einen halbierten Einsatz pro Teil. Vor der ersten Each-Way-Wette unbedingt prüfen, welche Konvention der Anbieter verwendet.

Aufteilung einer Each-Way-Wette in Sieg- und Platz-Anteil auf einem Wettschein

Was passiert nun, wenn das Rennen endet? Drei Szenarien. Erstens: Der Hund gewinnt. Beide Wett-Teile werden ausgezahlt, sowohl der Sieg- als auch der Platz-Anteil. Bei Quote 5,00 auf Sieg und one-quarter-odds auf Platz (was Quote 2,00 auf Platz ergibt) kassieren Sie aus den 10-Euro-Sieg-Einsatz 50 Euro und aus dem 10-Euro-Platz-Einsatz 20 Euro — insgesamt 70 Euro. Zweitens: Der Hund kommt unter die Plätze (typischerweise Platz 1, 2 oder 3 bei sechs Hunden im Feld). Der Sieg-Teil ist verloren, der Platz-Teil zahlt aus — 20 Euro für die 10-Euro-Platz-Wette. Drittens: Der Hund kommt nicht unter die Plätze. Beide Wett-Teile sind verloren, die 20 Euro Einsatz sind weg.

Das Schöne an dieser Logik: Each-Way reduziert die Varianz, ohne den Erwartungswert dramatisch zu verschlechtern. Wer auf einen Außenseiter zu Quote 8,00 wettet, hat bei einer reinen Sieg-Wette eine Trefferquote von vielleicht 12 Prozent — die anderen 88 Prozent enden im Totalverlust. Mit Each-Way wird der Treffer-Korridor breiter: Wenn der Hund Platz 2 oder 3 läuft, retten Sie immerhin die Hälfte des Einsatzes oder bekommen sogar Geld zurück. Die Wahrscheinlichkeit, mit leeren Händen rauszugehen, sinkt deutlich.

Place-Term: Wie 1/4 oder 1/5 der Quote den Auszahlungswert bestimmt

Der Place-Term ist die Quote, die für den Platz-Teil gilt. Sie ist immer kleiner als die Sieg-Quote — der Hund muss ja nicht gewinnen, sondern nur unter die Plätze kommen. Anbieter berechnen die Platz-Quote als Bruchteil der Sieg-Quote, meist one-quarter (1/4) oder one-fifth (1/5). Bei einer Sieg-Quote von 8,00 und one-quarter-odds beträgt die Platz-Quote also 8,00 mal 0,25 plus 1,00 — was 3,00 ergibt. Die Plus-Eins-Logik kommt daher, dass die Quote im dezimalen System den Einsatz enthält; korrekt wäre also: Brutto-Multiplikator 1,75 plus Einsatz von 1,00 ergibt Dezimalquote 2,75. Die genaue Formel variiert zwischen Anbietern.

Place-Term-Berechnung mit Faktor 1/4 der Sieg-Quote in einer Each-Way-Wette

One-quarter-odds ist der Standard bei vollen Feldern von acht oder mehr Pferden — im Greyhound-Sport mit sechs Hunden im Standardfeld eher die Ausnahme. Bei den 18 GBGB-Tracks Großbritanniens dominiert one-fifth-odds als Place-Term bei Each-Way auf Greyhound, mit Auszahlung auf die ersten zwei Plätze. Das macht die Mathematik dichter: Bei einer Sieg-Quote von 8,00 und one-fifth-odds liegt die Platz-Quote bei 2,40 — niedriger als bei one-quarter-odds. Wer Each-Way nutzt, sollte vor der Wette den Place-Term in den AGB des Anbieters prüfen.

Vergleich zwischen Place-Term-Faktoren 1/4 und 1/5 in der Each-Way-Auszahlung

Ein wichtiger Aspekt: Der Place-Term und die Anzahl der bezahlten Plätze sind zwei verschiedene Variablen. One-quarter-odds bei zwei Plätzen ist mathematisch ein anderes Produkt als one-quarter-odds bei drei Plätzen. Bei sechs Hunden im Feld und drei bezahlten Plätzen wäre der Platz-Teil deutlich wertvoller — die Hälfte aller Hunde kommt rein. Solche Drei-Platz-Each-Ways gibt es allerdings selten bei Greyhound; meistens werden nur zwei Plätze bezahlt.

Rechnerisch lohnt sich Each-Way vor allem bei höheren Quoten. Bei einer Sieg-Quote unter 4,00 ist die Platz-Quote bei one-fifth-odds oft kleiner als 1,40 — eine schlechte Marge, die kaum die Verdoppelung des Einsatzes rechtfertigt. Erst ab Sieg-Quoten von 5,00 oder höher beginnt Each-Way, seinen Schutzeffekt rechnerisch attraktiv auszuspielen.

Feldgröße entscheidet: Wann Each-Way bei 6er-Feld lohnt

Die Feldgröße ist der wichtigste Faktor in der Each-Way-Mathematik. Im UK-Greyhound-Standard mit sechs Hunden im Feld zahlt Each-Way meist auf die ersten zwei Plätze aus — das heißt, die statistische Trefferquote für den Platz-Teil liegt bei rund 33 Prozent (zwei von sechs Hunden). Bei einem Achter-Feld mit drei bezahlten Plätzen wäre die Trefferquote 37,5 Prozent. Diese paar Prozentpunkte verschieben den Break-Even-Punkt der Wette deutlich.

Feldgrößen-Bedingung für die Aktivierung des Place-Terms einer Each-Way-Wette

Konkret: Bei sechs Hunden, two-place-payout und one-fifth-odds beträgt der Erwartungswert einer Each-Way-Wette auf einen Außenseiter zu Quote 10,00 etwa folgendes — angenommene Sieg-Wahrscheinlichkeit 10 Prozent, Platz-Wahrscheinlichkeit 25 Prozent. Erwartungsgewinn pro 20 Euro Einsatz: 0,10 mal 100 Euro Sieg-Auszahlung plus 0,25 mal 28 Euro Platz-Auszahlung minus 0,65 mal 20 Euro Totalverlust — ergibt 4,00 Euro. Bei einem reinen 20-Euro-Sieg-Einsatz wäre der Erwartungswert nur 0,10 mal 200 Euro minus 0,90 mal 20 Euro — also 2,00 Euro. Die Each-Way-Wette ist hier rechnerisch doppelt so wertvoll.

Bei einem klaren Favoriten zu Quote 2,50 funktioniert die Mathematik umgekehrt. Sieg-Wahrscheinlichkeit etwa 45 Prozent, Platz-Wahrscheinlichkeit 75 Prozent. Erwartungswert Each-Way 20 Euro Einsatz: 0,45 mal (50 + 13) plus 0,30 mal 13 minus 0,25 mal 20 — ergibt 27,25 Euro. Reiner 20-Euro-Sieg-Einsatz: 0,45 mal 50 minus 0,55 mal 20 — ergibt 11,50 Euro. Auch hier ist Each-Way besser, aber die Differenz ist kleiner.

Die einfache Faustregel: Bei Außenseitern mit Quote über 5,00 ist Each-Way fast immer mathematisch sinnvoll. Bei mittleren Quoten zwischen 3,00 und 5,00 lohnt es sich knapp. Bei Favoriten unter 2,50 ist Each-Way eine Verschwendung, weil die Platz-Quote so niedrig wird, dass sie kaum den Einsatz übersteigt. Wer den Unterschied zur reinen Sieg- oder Platz-Wette verstehen will, findet eine Gegenüberstellung in der Erläuterung der Sieg- und Platz-Wette beim Greyhound-Rennen.

Rechenbeispiel auf einem Romford-Rennen

Ein konkretes Szenario, das ich aus meinem Notizbuch holen kann. Romford, Race 9, A4-Klasse, sechs Hunde im Feld. Trap 3, ein Hund mit ordentlicher Frühgeschwindigkeit, aber unbeständigen Endphasen. Sieg-Quote 6,00, Each-Way bei one-fifth-odds, two-place-payout — Platz-Quote also 2,00.

Greyhound-Rennen auf der Romford-Bahn in der Zielgeraden mit drei führenden Hunden

Sie setzen 10 Euro Each-Way, was 20 Euro Gesamteinsatz bedeutet. Drei mögliche Ausgänge.

Erster Ausgang: Trap 3 gewinnt. Sieg-Teil zahlt 60 Euro aus (10 Euro mal Quote 6,00), Platz-Teil zahlt 20 Euro aus (10 Euro mal Quote 2,00). Gesamtauszahlung 80 Euro, Reingewinn 60 Euro vor Wettsteuer. Nach 5,3 Prozent Wettsteuer auf den Bruttogewinn bleiben rund 56,8 Euro netto.

Zweiter Ausgang: Trap 3 kommt auf Platz 2. Sieg-Teil ist verloren (minus 10 Euro), Platz-Teil zahlt 20 Euro aus. Gesamtauszahlung 20 Euro, Reingewinn null vor Steuer — die Wette spielt sich ohne Verlust ein, aber ohne Marge.

Dritter Ausgang: Trap 3 kommt nicht unter die Plätze. Beide Teile sind verloren, 20 Euro Einsatz weg.

Bei einer geschätzten Sieg-Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent, Platz-Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent und Totalverlust-Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent ergibt der Erwartungswert: 0,17 mal 80 plus 0,23 mal 20 minus 0,43 mal 20 — also 9,60 Euro Gewinn pro Wette. Bei einem reinen 20-Euro-Sieg-Einsatz wäre der Erwartungswert nur 0,17 mal 120 minus 0,83 mal 20 — also 3,80 Euro. Die Each-Way-Variante ist rechnerisch mehr als doppelt so attraktiv.

Bei welcher Feldgröße schaltet sich der Each-Way-Place-Term frei?
Each-Way ist bei den meisten Anbietern ab einem Feld von vier oder mehr Startern verfügbar. Bei Greyhound-Rennen mit dem Standardfeld von sechs Hunden zahlt die Place-Komponente in der Regel auf die ersten zwei Plätze aus, bei kleineren Feldern unter sechs Hunden manchmal nur auf den ersten Platz, was Each-Way effektiv unattraktiv macht. Vor einer Wette die AGB des Anbieters zum Place-Term und zur Anzahl der bezahlten Plätze prüfen.
Werden beide Teile der Each-Way-Wette einzeln abgerechnet?
Ja, technisch sind Sieg- und Platz-Anteil zwei eigenständige Wetten. Sie werden separat verbucht, separat versteuert und können separat zum Bonus-Umsatz gezählt werden — vorausgesetzt, beide Teile erreichen die jeweilige Mindestquote. Bei einer Bonus-Umsatzbedingung mit Mindestquote 2,00 und one-fifth-odds reicht eine Sieg-Quote ab etwa 6,00 aus, damit auch der Platz-Teil über 2,00 liegt und beide Teile zum Umsatz beitragen.
Was bedeutet ‚one-quarter odds' beim Each-Way?
One-quarter odds bedeutet, dass die Platz-Quote ein Viertel der Sieg-Quote beträgt — genauer gesagt, ein Viertel des Brutto-Multiplikators. Bei einer Sieg-Quote von 8,00 ergibt one-quarter odds eine Platz-Quote von 2,75 (Brutto-Multiplikator 7,00 geteilt durch 4 plus 1). One-fifth odds ist die häufigere Variante bei Greyhound und ergibt aus derselben Sieg-Quote eine Platz-Quote von 2,40.

Material erstellt vom Team TrappQuote